Inklusion

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Förderkonzepte der Realschule Benrath

1. Individuelle Förderung

Förderunterricht, verstanden als umfassende individuelle Förderung, findet an der Realschule Benrath im Bereich der Ergänzungsbänder statt. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen dem Förderunterricht bei Defiziten im Bereich Deutsch, Englisch und Mathematik einerseits und der Förderung von Begabungen andererseits. 

Der Rahmen der Individuellen Förderung wird durch das Schulgesetz vorgegeben:

§ 1 Abs. 1: „Jeder junge Mensch hat … ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung.“

§ 2 Abs. 8: „Drohendem Leistungsversagen und anderen Beeinträchtigungen von SchülerInnen begegnet die Schule unter frühzeitiger Einbeziehung der Eltern mit vorbeugenden Maßnahmen.“

§50 Abs. 3: „Die Schule hat den Unterricht so zu gestalten und die SchülerInnen so zu fördern, dass die Versetzung der Regelfall ist. SchülerInnen … wird … eine individuelle Lern- und Förderempfehlung gegeben. Sie sollten zudem die Möglichkeit der Teilnahme an schulischen Fördermaßnahmen erhalten …“

Im Bereich des Abschnittes über die Vermittlung kommunikativer Kompetenzen, besonders der individuellen Sprachförderung, werden die Bereiche Deutsch und Englisch umfassend dargestellt, so dass an dieser Stelle nur der Bereich Mathematik thematisiert wird.

  1. Förderunterricht bei Defiziten 

Im Blickpunkt steht die Schülerin bzw. der Schüler als Individuum. Ziel ist es, die Lernentwicklung des Einzelnen zu beobachten und zu unterstützen. Dabei findet die Lernausgangslage und der individuelle Lernbedarf der SchülerInnen Berücksichtigung.

Vor der individuellen Förderung steht die Lerndiagnose: Wo liegen die Stärken und Schwächen der SchülerInnen? Wo haben sie Förderbedarf? Wie kann ich die Kinder in geeigneten  Lerngruppen zusammenfassen?

Zu Beginn der 5. Klasse wird mit Hilfe eines aufgrund der Grundschulrichtlinien selbst erstellten Diagnoseverfahrens die Lernausgangslage eines jeden Schülers ermittelt. Nach der Auswertung dieses Tests werden die Schüler mit Defiziten in die Fördergruppe eingeteilt. 

Das Förderkonzept berücksichtigt verpflichtende und freiwillige Elemente. Verpflichtend ist das Angebot im Bereich der Ergänzungsstunden zur Behebung von defizitären Leistungen: Alle SchülerInnen, die auf dem Zeugnis eine Minderleistung aufweisen, gehen verpflichtend im folgenden Schulhalbjahr im Bereich der Ergänzungsstunden in das Förderband. Hierbei soll die Förderung zunächst überwiegend unterrichtsbegleitend erfolgen und sich dann zunehmend mit der Wiederholung bereits behandelter Inhalte befassen:

Förderkonzept ab 2016/17

Individuelle Förderung ist eine wichtige Aufgabe der Realschule Benrath.

Deshalb wird ab dem Schuljahr 2016/2017 jeder Schüler und jede Schülerin an Fördermaßnahmen teilnehmen, gleichzeitig kann er aber auch in AGs seine besonderen Fähigkeiten stärken:

  1. Förderunterricht in Klasse 5, 6 und 7
  2. Die Schüler dieser Klassenstufen erhalten Förderunterricht in Deutsch, Mathematik und Englisch im Klassenverband durch die Fachlehrer.
  3. In allen drei Klassenstufen wird in Deutsch ganzjährig eine zusätzliche Förderstunde angeboten.
  4. In Klasse 5 wird im 1. Halbjahr Mathematik, im 2. Halbjahr Englisch und in Klasse 7 umgekehrt zuerst Englisch und im 2. Halbjahr Mathematik gefördert; in der 6. Klasse wird auch in Englisch und Mathematik ganzjährig eine zusätzliche Förderstunde angeboten.
  5. Der Förderunterricht sollte eine Randstunde sein, damit die zu fördernden Kinder auch in kleineren Gruppen unterrichtet werden können.
  • -> Lernangebote in Klasse 8 bis 10
  • Die KlassenlehrerInnen der Klassen 8-10 bestimmen in Absprache mit den FachlehrerInnen und den SchülerInnen, welches Förderangebot (Deutsch, Englisch, Mathematik, Französisch nur 1. Halbjahr der Klassen 9 und 10) die Schüler jeweils für ein halbes Jahr wahrnehmen müssen.
  • Die Listen werden bereits Ende des vorangehenden Schuljahres abgegeben und fertig gestellt.
  • Die Förderstunden finden möglichst morgens jeweils in der ersten Stunde statt.
  • Im Fach Deutsch werden  im Schwerpunkt folgende Themen behandelt:
  • in der 8. Klasse Leseverstehen und Wortschatzübungen
  • in der 9. Klasse Kommasetzung und das/dass
  • in der 10. Klasse Vorbereitung auf die ZP
  • Schüler, die im ersten Halbjahr Defizite in den Hauptfächern (Zeugnisnote: mangelhaft) hatten, müssen auch zusätzlich oder statt der für sie vorgesehenen AG an Förderangeboten teilnehmen.
  • SchülerInnen ohne Förderbedarf (d.h. D, M, E – sehr gut oder gut) können in beiden Halbjahren an den Freizeitangeboten / AGs teilnehmen.
  • Die Einteilung, wer im ersten und wer im zweiten Halbjahr gefördert wird, erfolgt alphabetisch. Neue Schüler nehmen erst im zweiten Halbjahr an den Lernangeboten teil.
  • Die Gruppen werden ca. 20 Schüler haben.
  • -> Freizeitangebote in Klasse 7 bis 10
  • Die Freizeitangebote, die der Schüler in dem anderen Halbjahr wahrnimmt, werden am Anfang des Schuljahres gewählt. Es werden nicht die AGs selbst gewählt, sondern Bereiche, denen dann die AGs zugeordnet werden: Sport, Kunst, Musik, Kultur, Natur, Kochen
  • Die 7. und 8. Klassen einerseits und die 9. und 10. Klassen andererseits nehmen in der Regel gemeinsam an den Freizeitprojekten teil. 
  • Ausnahmen bilden die Buddy-AG, die Streitschlichter und die Sanitäter. Diese Schüler nehmen in der Regel weder an den Lernangeboten noch an den Freizeitangeboten teil.
  • Förderung der Naturwissenschaften

Für naturwissenschaftlich interessierte SchülerInnen gibt es Arbeitsgemeinschaften im Fachbereich Naturwissenschaften. Hier können die SchülerInnen unter Anleitung in Kleingruppen Experimente nach den eigenen Interessen durchführen und sich mit naturwissenschaftlichen Themen beschäftigen. In der Arbeitsgemeinschaft Schulgarten werden SchülerInnen aller Jahrgangsstufen gefördert. Hier erleben sie bewusst ein Gartenjahr, legen Blumen- und Gemüsebeete an und ernten die Früchte ihrer Arbeit.

In der Jahrgangsstufe 7 besuchen die SchülerInnen den „Tag der Technik“ in Düsseldorf. Dort erfahren die SchülerInnen durch eine Reihe von Mitmachaktionen die Vielfalt technischer Berufe. Schülerinnen der Jahrgangsstufe 7 nehmen außerdem regelmäßig am „Girlsday“ der Firma Henkel teil und können dort praktische Erfahrungen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich sammeln.

Mathematisch oder naturwissenschaftlich besonders interessierte SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9 werden durch Vermittlung von Praktika in den Sommerferien im Rahmen der Sommerakademie Mathe & Co gefördert. 

  • Integrative Lerngruppen 

Allgemeines / Personen

Die Realschule Benrath hat seit dem Schuljahr 2011/12 jeweils eine integrative Lerngruppe. Im laufenden Schuljahr 2016/17 setzen sich diese (Klasse 5a-10a) aus 25 Schülern zusammen, davon mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten, z.B. „Lernen“, „Sprache“ oder „Emotional-Sozial“. 

Betreut werden die Klassen- und Fachlehrer dieser Inklusionsklassen durch Förderschullehrer, die stundenweise kleine Lerngruppen individuell differenziert unterrichten oder im Regelunterricht die Schüler betreuen. Zusätzlich zu den Förderschullehrern werden einzelne Schüler von Integrationshelfern im Schulalltag begleitet und unterstützt.

Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf nehmen auf zwei Arten am Unterricht der Regelschule teil. Zum einen werden Schüler z. B. mit dem Förderschwerpunkt Sprachliche Qualifikation zielgleich unterrichtet, d .h sie nehmen am Unterricht und Leistungsfeststellungen der Klassen im gleichen Umfang wie ihre Klassenkameraden teil und erhalten am Ende eines jeden Schulhalbjahres ein Notenzeugnis. Zum anderen werden Schüler z. B. mit dem Förderschwerpunkt Lernen zieldifferent beschult, das bedeutet, dass sie entsprechend ihrem Leistungsniveau gefördert werden und ihre Lernentwicklung und ihr Leistungsstand in Form von Berichtszeugnissen dargestellt werden.

Räumlichkeiten

An der Realschule Benrath stehen zur individuellen Förderung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf drei Differenzierungsräume zur Verfügung. Diese Räume sind als Gruppenräume an reguläre Klassenzimmer angegliedert und bieten neben dem zusätzlichen Arbeitsplätz auch Auszeit- und Ruhemöglichkeiten. Diese Räume sind an die Bedürfnisse der jeweiligen Lerngruppe mit unterschiedlichen Arbeits- und Spielmaterialien ausgestattet. 

Berufsorientierung

Die ersten integrativen Schüler haben die Realschule Benrath nach der Klasse 10 verlassen und benötigen besondere Förderung für die weitere Berufs- und Lebensplanung. Diese besondere Verantwortung übernehmen alle am Schulleben Beteiligte, indem Beratungsteams aus Förderschul- / Fach- und Klassenlehrer in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Förderpläne erstellen, Hilfeplangespräche durchführen und Möglichkeiten der Integration in einen gelungenen Berufs- / Arbeitsstart vorbereiten. Es wird angestrebt, dass die integrativen Schüler besonders in den oberen Jahrgangsstufen vermehrt Tages- und Langzeitpraktika absolvieren, um so ihre Startchancen zu verbessern. Ziel ist es, den Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Möglichkeiten zu eröffnen, ein möglichst eigenständiges Leben in unserer Gesellschaft zu führen.

  • Chancenwerk

LERNFÖRDERUNG FÜR JEDEN LEICHT ZUGÄNGLICH DURCH CHANCENWERK E.V. 

Seit November 2015 arbeitet Chancenwerk e.V. mit der Realschule-Benrath zusammen, um allen Schülerinnen und Schülern Lernförderung über den Unterricht hinaus in der eigenen Schule anbieten zu können. 

Chancenwerk e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und Träger der freien Jugendhilfe. Seit 13 Jahren setzt sich der Verein mit seiner „Lernkaskade“ für gerechte Bildungschancen in Schulen ein. Aktuell erreicht Chancenwerk e.V. 3.000 Kinder wöchentlich an über 60 Schulen in 27 Städten. An der Real-schule-Benrath profitieren sowohl die Schülerinnen und Schüler höherer Jahrgangsstufen als auch die Kinder der unteren Jahrgangsstufen nach Schulschluss von der Lernnachhilfe. Das Angebot des gemeinnützigen Vereins ist sehr günstig oder für viele Kinder und Jugendliche sogar kostenlos

Die „Lernkaskade“ von Chancenwerk e.V. 

So funktioniert es: Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 9 helfen unter der Anleitung eines qualifizierten Studierenden jüngeren Kindern der Klassen 5 bis 8. 

Für ihr Engagement erhalten die Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 9, kostenfreie Nachhilfe in einem Problemfach ihrer Wahl durch fachlich kompetente Studierende. 

Die Jugendlichen sind also auch selbst Lerntutoren und Vorbilder für die Jüngeren. Dadurch schulen alle nicht nur ihr Fachwissen, sondern auch die eigene sozialen Kompetenzen. 

Quelle: Schulprogramm der Realschule Benrath