Ein spannender Ausflug stand für die Schülerinnen und Schüler der Stufe 7 auf dem Lehrplan: Im Rahmen des Technik-Unterrichts besuchte der Kurs die Dachdeckerfirma beim Dachdeckermeister & Industriekletterer Sebastian Leinung GmbH. Ziel war es, hautnah zu erleben, wie ein moderner Handwerksbetrieb funktioniert. Dabei durften die Jugendlichen nicht nur zuschauen, sondern auch selbst aktiv werden und praktische Arbeitsschritte ausprobieren. Sie bauten sogar Vogelhäuschen mit wasserdichtem Dach.

Von der Drohne bis zum Lager: Einblick in den Betrieb
Der Rundgang startete im Eingangsbereich und dem Besprechungsraum der Firma. Hier erfuhren die Kinder, dass die Arbeit eines Dachdeckers lange vor dem eigentlichen Dach beginnt – nämlich bei der Planung. Am Computer vollzogen sie nach, wie eine neue E-Mail im Posteingang landet und ein Projekt startet. Besonders faszinierend: Moderne Dachdecker nutzen 3D-Modelle und machen das Aufmaß mit Drohnen, um Dächer exakt zu vermessen.
Danach gingen die Gruppe zur Werkstatt und ins Lager. Hier staunten die Jugendlichen über die riesige Auswahl an Schrauben und Materialien. Der Chef Sebastian Leinung erklärte hierbei, wie wichtig die Wirtschaftlichkeit beim Material ist, damit nichts verschwendet wird und die Kosten im Rahmen bleiben.
Nach einem kurzen Zwischenstopp im Besprechungsraum ging es direkt weiter nach draußen zum Fuhrpark und den Baustellenfahrzeugen. Die jungen BesucherInnen durften die umfangreiche Ausstattung der Fahrzeuge genau unter die Lupe nehmen.

Natürlich hatten die Siebtklässler auch jede Menge Fragen im Gepäck, die das Profi- Team gerne beantwortete, zum Beispiel:
- Was machen Dachdecker bei Regen? Bei starkem Regen oder Sturm kann man nicht auf das Dach. Dann werden Arbeiten in der Werkstatt erledigt oder es wird vorgearbeitet.
- Muss man besonders sportlich sein für den Beruf? Eine gewisse Grundfitness und Schwindelfreiheit sind wichtig. Die nötige Kraft und Ausdauer baut man aber während der Ausbildung ganz automatisch auf.
- Was ist die schwierigste Tätigkeit, die ein Dachdecker erledigen muss? Das ist oft das präzise Abdichten von komplizierten Ecken, Anschlüssen oder Schornsteinen, damit später garantiert kein Wasser durchkommt.
- Dürfen Dachdecker auch alleine aufs Dach oder müssen sie wegen der gegenseitigen Absicherung mindestens zu zweit sein? Aus Sicherheitsgründen arbeitet man auf dem Dach fast nie allein. Die gegenseitige Absicherung und Hilfe im Notfall sind im Handwerk Pflicht.
- Haben Dachdecker sein und Bergsteigen Ähnlichkeiten? Ja, absolut! In beiden Bereichen arbeitet man in großen Höhen, nutzt Sicherheitsgurte, muss sich auf sein Material verlassen können und braucht ein gutes Gleichgewicht.

Interessant fanden die SchülerInnen auch, dass Dachdeckermeister Sebastian Leinung von seinem eigenen Werdegang erzählte – vom Lehrling bis dahin, selbst Chef zu sein. „Wir suchen immer geeignete junge Leute, die sich den Dachdecker-Beruf für sich selbst vorstellen können“, betonte er. Darum präsentierte sich die Firma vor wenigen Wochen auch auf der Berufsmesse „Lust auf Handwerk“ in Düsseldorf .

Der Ausflug hat gezeigt: Das Dachdeckerhandwerk ist viel digitaler, abwechslungsreicher und moderner, als viele vorher gedacht haben!

Fotos: guen
Kleines Dachdecker-Lexikon: 12 wichtige Begriffe
- Aufmaß: Das genaue Ausmessen einer Baustelle oder Dachfläche. Heute wird das oft digital oder mit Drohnen gemacht, um zu berechnen, wie viel Material gebraucht wird.
- Dachhaut: Die äußerste Schicht eines Daches, die das Gebäude vor Regen, Schnee und Wind schützt. Sie kann aus Ziegeln, Schiefer oder speziellen Planen bestehen.
- Dachrinne: Die Rinne an der Dachkante, die das Regenwasser sammelt und über das Fallrohr sicher nach unten in die Kanalisation leitet.
- Eindecken: So nennt man das Verlegen der Dachziegel oder Dachpfannen auf dem fertigen Holzgerüst des Daches.
- Flachdachabdichtung: Da Wasser auf flachen Dächern nicht einfach abfließen kann, werden sie mit speziellen Bitumenbahnen (Teerbahnen) oder Kunststofffolien komplett wasserdicht verschweißt.
- First: Die oberste, waagerechte Kante eines Satteldaches, wo die beiden schrägen Dachflächen ganz oben aufeinandertreffen.
- Giebel: Der obere, meist dreieckige Teil der Hauswand, der an den Seiten unter den schrägen Dachflächen liegt.
- Lattung: Die Holzlatten, die quer auf das Dach genagelt werden. An ihnen werden später die Dachziegel eingehängt.
- PSAgA (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz): Die Sicherheitsausrüstung der Dachdecker in großen Höhen. Dazu gehören Auffanggurte, Seile und Karabinerhaken.
- Schornsteineinfassung: Die Abdichtung am Übergang zwischen dem gemauerten Schornstein und dem Dach. Sie sorgt dafür, dass an dieser schwierigen Stelle kein Regenwasser ins Haus läuft.
- Traufe: Die unterste Kante eines Schrägdaches, an der das Regenwasser in die Dachrinne fließt. Sie ist das Gegenstück zum First.
- Wirtschaftlichkeit: Das geschickte Planen und Einkaufen von Materialien. Ziel ist es, so exakt zu kalkulieren, dass kein Material verschwendet wird und das Projekt bezahlbar bleibt.
*: Infos zum Dachdeckermeister & Industriekletterer Sebastian Leinung:



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