Praktische Philosophie – die Schülerinnen und Schüler des PP-Kurses der Stufe 6 wollten zeigen, dass Nachdenken über gutes Handeln und das Umsetzen hilfreicher Taten unbedingt zusammengehören. Nach intensiven Diskussionen im Unterricht über Tierschutz und unsere Verantwortung für die Umwelt war schnell klar: „Nur Reden reicht nicht, wir wollen aktiv werden!“ Das Ziel: das Tierheim Hilden zu unterstützen. Im Gepäck: jede Menge Motivation und Überzeugungskraft.
Bevor es zu den Tieren ging, stand erst mal Arbeit an. Die Kinder bereiteten über einige Wochen eine Spendensammelaktion vor, die sie dann in der Benrather Fußgängerzone durchführten. Mit selbst gestalteten Plakaten und vollem Einsatz sprachen die Schülerinnen und Schüler die Passanten an und erzählten von ihrer Mission. Die Aktion kam richtig gut an: Die Passanten waren begeistert von dem Support der Kinder und die Spendenboxen wurden immer voller. 215,14 Euro kamen für das Tierheim zusammen!
Diese Summerpersönlich zu übergeben, war der Höhepunkt der Aktion. Stefanie Richter, die Leiterin des Tierheims Hilden, freute sich sehr und bedankte sie herzlich für den Einsatz der Kinder. Als Dankeschön bekamen sie eine exklusive Führung über das Gelände des Tierheims. Von verspielten Katzen über bunte Vögel bis zu treuen Hunden – die Kinder durften die Tiere aus nächster Nähe erleben und erfuhren dabei, wie der Alltag im Tierheim aussieht und warum die Arbeit dort so wichtig ist.
Dieser Tag hat gezeigt, dass Schule auch außerhalb des Klassenzimmers richtig wichtig sein kann. Der 6PP-Kurs hat bewiesen, dass man auch als junger Mensch etwas bewegen und verändern kann. Eins ist sicher: Das war nicht die letzte philosophisch-praktische Aktion dieses Kurses!
Sie nennt es eine ihrer schönsten Aufgaben – und inzwischen ist eine liebgewordene Tradition an unserer Schule: Unsere stellvertretende Schulleiterin Frau Winter zeichnete auch an diesem letzten Schultag vor den Sommerferien Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 9 für besondere Leistungen im Unterricht und herausragendes Engagement für die Schule aus. Nicht nur sie, sondern auch die Kinder und Jugendlichen versammelten sich darum mit viel Herzklopfen in der Aula.
Freudestrahlend nahmen sie ihre Urkunden in Empfang und wurden von ebenfalls eingeladenen Freundinnen und Freunden gebührend gefeiert. Für ihren Fleiß und ihr erfolgreiches Arbeiten im Unterricht, für ihren Einsatz als KlassensprecherInnen, als SanitäterInnen und vieles mehr, für ihre Bereitschaft, zu helfen und sich für die Schulgemeinschaft einzubringen. Und das oft ganz leise, unauffällig und mit viel Gespür für das, was gerade zu tun ist.
Wir gratulieren herzlich und bedanken uns bei allen Ausgezeichneten mit einem innigen „Weiter so!“
Ein ereignisreiches Schuljahr liegt hinter uns allen. In unserem Brief an alle Eltern & Erziehungsberechtigte bedanken wir uns, schauen zurück und auch nach vorn mit wichtigen Informationen zum neuen Schuljahr 2026/27. Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer!
Vom Messen und Berechnen: Die SchülerInnen der Klasse 9c unternahmen einen spannenden Ausflug zum Düsseldorfer Vermessungs- und Katasteramt.
Quizfrage: Welches ist das ehrlichste Messgerät? Ist doch völlig klar (sagen Experten): Das GPS-Gerät! Es kann einfach nicht lügen. Der Grund: Ein GPS-Gerät kann im physikalischen Sinne nicht „lügen“, weil es keine eigenen Daten erfindet, sondern eine reine Rechenmaschine ist. Es bestimmt seine Position über die exakte Messung von Radiosignalen und Zeitlaufzeiten.
Die Schülerinnen der Klasse 9c hatten die Gelegenheit, sich das einmal genauer anzuschauen – am 14. Juli 2026 beim Tag der Geodäsie* im Düsseldorfer im Vermessungs- und Katasteramt. Normalerweise besuchen Menschen das Katasteramt, wenn sie z.B. ein Grundstück gekauft haben und es mit dem Nachbarn Streit die über Grundstücksgrenzen gibt. Oder wenn man ein Haus bauen will und einen amtlichen Lageplan einreichen muss. In Deutschland gibt es über 65 Millionen sogenannte Flurstücke. Jedes einzelne ist exakt vermessen und die Katasterämter sorgen für deren Registrierung.
Die insgesamt 80 Jugendlichen aber interessierten eher die technischen Details der Messgeräte und erlebten einen spannenden Aktionstag rund um die Welt der Vermessung im XX-Format und superinteressanten Geodaten. Ausgerüstet mit modernster Technik durften sie selbst Hand anlegen. Es ging direkt an die Geräte, zum Beispiel beim Laser-Scanner-Ausprobieren, Drohnendaten auswerten und mit Zentimeter-Präzision Punkte im Gelände bestimmen. Schnell wurde klar: Geodäsie ist viel mehr als nur „mit dem Stativ am Straßenrand stehen“. Es ist die Schnittstelle zwischen Hightech, Natur und Digitalisierung.
Besonders spannend war es zu sehen, wie aus Millionen von Messpunkten in Sekundenschnelle ein dreidimensionales Abbild der Umgebung auf dem Bildschirm entsteht – Gaming-Feeling im Reallabor! Natürlich gab es auch jede Menge Informationen über die Berufe in diesem aufregenden Umfeld. So kann man zum Beispiel eine Ausbildung zur/zum Vermessungstechniker:in oder Geomatiker:in absolvieren.
Der Erlebnistag hat gezeigt: Ob für die Stadtplanung von morgen, autonome Autos oder den Klimaschutz – ohne Geodaten läuft in unserer modernen Welt gar nichts. Ein großes Dankeschön an die Organisatoren für diesen faszinierenden Blick hinter die Kulissen eines Berufsfeldes mit absoluter Zukunftsgarantie.
Fotos: kr; Text: krs
💡 WISSENSWERTES:
*: • Der Begriff „Geodäsie“ stammt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: gē (γῆ): Bedeutet „Erde“ oder „Land“. daiein (δαίειν): Bedeutet „teilen“ oder „verteilen“. Zusammengesetzt bedeutet es wörtlich „Erdteilung“ oder „Landverteilung“. -> Der historische Hintergrund: Der Ursprung liegt im alten Ägypten. Die Disziplin entstand aus der Notwendigkeit, nach den jährlichen Nil-Überschwemmungen die landwirtschaftlichen Felder für die Bauern neu und gerecht aufzuteilen. -> Prägung durch Aristoteles: Der griechische Philosoph Aristoteles (384–322 v. Chr.) nutzte den Begriff erstmals gezielt, um die praktische Aufteilung von Grundstücken und die Vermessung der Erde zu beschreiben. -> Geodäsie ist heute der Fachbegriff für die Vermessung und Abbildung der Erde. Sie bestimmt exakt die Form unseres Planeten und erfasst präzise Positionen, Höhen und Entfernungen. Geodäten liefern die exakten Koordinaten und Karten—von Grundstücksgrenzen und Bauwerken bis hin zu Satellitendaten für Routenplaner (wie Google Maps).
Grau ist alle Theorie? Nicht für unsere Praxisgruppe der Stufe 9! Anstatt die Schulbank zu drücken, hieß es für die Schülerinnen und Schüler kurz vor den Sommerferien: Rein in die Arbeitskleidung, Pinsel her und ran an die Wand!
Vom 29. Juni bis 01. Juli und vom 06. bis 07. Juli tauschte die Gruppe das Klassenzimmer gegen die Werkstätten des Bildungszentrums des Baugewerbes (BZB) in Düsseldorf. Fünf Tage lang drehte sich alles um das spannende Gewerk Malerei und Lackiererei. Begleitet wurde Sie von unserem Techniklehrer Herrn Güenack.
Anpacken und Ausprobieren war das Motto! Das absolute Highlight: Jede Schülerin und jeder Schüler bekam eine eigene Musterwand. Hier konnten sich alle kreativ austoben und die Wände nach eigenen Vorstellungen farblich gestalten. Dabei ging es aber nicht nur um „ein bisschen Farbe“, sondern um echtes Handwerk: Vom sauberen Abkleben über die richtige Pinselführung bis hin zum gleichmäßigen Farbauftrag lernten die Jugendlichen alles, was die Profis im Alltag brauchen.
„Ich dachte, Maler streichen einfach nur Wände weiß“ – dieses Vorurteil war schnell vom Tisch. Die Schülerinnen und Schüler waren total überrascht, wie vielseitig und abwechslungsreich das Berufsfeld eigentlich ist. Neben Kreativität und einem guten Auge für Farben waren auch echtes Fingerspitzengefühl, mathematische Präzision beim Ausmessen und der Umgang mit verschiedenen Materialien gefragt.
Die Jugendlichen lernten unter der Leitung von Ausbilder Herrn Lemmen* die kompletten Arbeitsabläufe: • wie man den Arbeitsplatz einrichtet, das Material vorbereitet und die Werkzeuge bereitstellt. • wie man zu den Klebe- und Tapeziertätigkeiten Muster zeichnet und Farben zusammen mischt. • wie man zum Schluss den Arbeitsplatz säubert und ordentlich hinterlässt. • wie man bei der Arbeit Konzentration, Ausdauer und Teamgeist entwickelt.
Die „Kurzzeit-Azubis“ nahmen ihre Aufgaben sehr ernst und vertraten unsere Schule vorbildlich. Am Ende bedankten sie sich bei Herrn Lemen und Frau Jamad* sehr herzlich und überreichten ihnen ein kleines Geschenk.
Am Ende der fünf Tage glänzten nicht nur die frisch gestalteten Wände, sondern auch die Augen der Jugendlichen. Der Kurs hat bewiesen, wie viel handwerkliches und gestalterisches Talent in jedem von ihnen steckt. Wer weiß, vielleicht hat der eine oder die andere hier sogar schon den perfekten Praktikumsplatz oder den zukünftigen Traumberuf entdeckt. Die Zertifikate, die sie erhielten, machen sich auf jeden Fall gut in der Bewerbungsmappe.
💡 *Mehr erfahren: Herr Lemmen arbeitet bei den Bildungszentren des Baugewerbes (BZB) in Düsseldorf als Ausbilder / Handwerksmeister in der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜBL) oder leitet dort als Fachpraxis-Experte die praktischen Gewerke. Gemeinsam mit Frau Jamal organisiert und betreut er die Schülerinnen und Schüler während der Praxistage. 💡💡 Das BZB Düsseldorf (Bildungszentren des Baugewerbes) ist ein großes Aus- und Weiterbildungszentrum für das Handwerk und die Bauwirtschaft. Es ist eine zentrale Anlaufstelle für junge Leute, die einen Bauberuf erlernen wollen, sowie für Betriebe, die ihre Fachkräfte weiterbilden möchten. Zusammen mit den Standorten in Krefeld und Wesel gehören die BZB zu den größten Ausbildungszentren für die Baubranche in Deutschland.
Das BZB Düsseldorf bietet drei Hauptbereiche an: –> Ausbildung:: Es fungiert als Ergänzung zum normalen Betrieb. Angehende Handwerker (z.B. Maurer, Zimmerer oder Fliesenleger) lernen hier in modernen Werkstätten praktische Fähigkeiten, die im eigenen Betrieb manchmal zu kurz kommen. –-> Weiterbildung: Kurse und Schulungen, um auf der Karriereleiter aufzusteigen (z.B. die Vorbereitung auf die Meisterprüfung oder das Erlernen neuer Bautechniken). –> Berufsorientierung: Schüler können hier in verschiedene Berufe hineinschnuppern und Betriebe finden passende Auszubildende.
Mit diesen Worten beginnt das wohl berühmteste Tagebuch der Welt: Das Tagebuch der Anne Frank wurde weltweit mehr als 30 Millionen Mal verkauft und in mehr als ca. 70 Sprachen übersetzt. Von ihrer Berühmtheit hatte das junge Mädchen nichts – sie starb 1944 im norddeutschen Konzentrationslager Bergen-Belsen an einer Epidemie. Anne Frank war Jüdin. In einem Versteck vor den Nazis schrieb sie fast zwei Jahre lang Tagebuch und dokumentierte so, wie das Leben in der Enge mit vielen Vorschriften ablief. Es wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gefunden und zwei Jahre später von ihrem Vater veröffentlicht.
Doch wer war Anne Frank wirklich? Die Schülerinnen und Schüler der Stufe 8 unserer Realschule Benrath machten sich an einem Projekttag lang auf den Weg, um die damals fast gleichaltrige Anne von ihrem 13. Geburtstag bis zu ihrem Entdeckt-Werden mit knapp 15 Jahren besser kennenzulernen, ihr Schicksal zu begreifen und ihre Botschaften zu verstehen.
Das konnten sie auf verschiedenen Wegen tun: Sie konnten im Tagebuch lesen oder es als Hörbuch hören; sie konnten eine Szene aus dem Tagebuch zeichnerisch umsetzen, einen Podcast zum Thema aufnehmen, ein Video dazu drehen, mit Augmented Reality eine Freundin von Anne kennenlernen, eine virtuelle Tour durch das Anne-Frank-Museum in Amsterdam unternehmen und sich nicht zuletzt im Gespräch miteinander und mit den Lehrkräften über das, was sie erfuhren, austauschen.
Die Jugendlichen machten sich eifrig ans Werk und in allen Räumen des 8er-Clusters wurde eifrig gelesen, gezeichnet und gefilmt. Es stellte sich heraus: Für viele ist Anne Frank ein Vorbild, weil sie dieselben alltäglichen Probleme wie sie hatte – etwa Streit mit der Familie. Ihr Mut und ihre Furchtlosigkeit, für sich selbst einzustehen, inspirieren junge Menschen, sich gegen Ausgrenzung und für Menschenrechte einzusetzen. Außerdem bewahrte sich Anne trotz ihrer Angst im Versteck ihren Lebenswillen. Das zeigte den AchtklässlerInnen, wie wichtig Hoffnung und Durchhaltevermögen sind.
Bei der Schlussrunde in der Aula sammelten alle ihre Arbeitsergebnisse. Der Tag, so fanden die meisten, sei wichtig gewesen, sagten viele SchülerInnen. Die Beschäftigung mit Anne Frank habe ihnen vor Augen geführt, zu welchen Katastrophen Ausgrenzung und Hass führen können.
Am Ende erfuhren sie auch, dass Anne der Veröffentlichung ihres Tagebuchs vielleicht sogar zugestimmt hätte. So beginnt ihr letzter Eintrag, bevor sie von der Gestapo abgeholt wurde:
Text & Fotos: krs
Mehr Infos über Anne Frank gibt es hier:
Die virtuelle Tour durchs Anne-Frank-Haus kann man von hier auch starten:
Drei unserer SchülerInnen wurden vom Oberbürgermeister für Leistung und Engagement ausgezeichnet.
Schule – viele halten sie vor allem für einen Ort ständigen Paukens, anstrengender Prüfungen und herausfordernder Ausbildung für die Zukunft in einer Menge von Fächern. Für eine Reihe von Schülerinnen und Schüler aber ist Schule auch ein Ort, an dem sie gerne fleißig und erfolgreich sind, an dem sie ihre Talente entdecken und ausbauen und sie auch engagiert für die Schulgemeinschaft einbringen.
Am 8. Juli 2026 wurden 120 dieser Schülerinnen aus ganz Düsseldorf für ihre harte Arbeit und ihren Einsatz geehrt. Ab sofort dürfen sie sich „School Heroes“ (Schul-Helden und -Heldinnen) nennen. Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller persönlich überreichte die Urkunden für „herausragende Leistungen und ein besonderes Engagement in der Schule“, wie es im Urkundentext heißt.
Jede weiterführende Schule in Düsseldorf darf drei junge Menschen für die Auszeichnung vorschlagen. Zur Freude aller waren auch in diesem Jahr zwei Schülerinnen und ein Schüler unserer Realschule Benrath unter den Geehrten: Esna Tekin, Eric Schöffler und Jasmin Kumar. Wir gratulieren herzlich!!! 🥳
Fotos: Kle
Der Abend wurde von dem Radio- Fernsehmoderator Simon Beeck moderiert. Für mitreißende Musik sorgte DJ SAY WHAAT. Es gehe bei der Ehrung, so sagte Dr. Keller in seiner Ansprache, nicht allein um Lernerfolge. Der große Einsatz im schulischen und sozialen Umfeld sei genauso wichtig. Dazu brauche es „Leidenschaft, Motivation und Durchhaltevermögen“ und alle Ausgezeichneten hätten genau dies gezeigt. Für Dr. Kellers Worte gab es tosenden Beifall von den Familien und Freunden der Jugendlichen, den VertreterInnen der Schulen und weiteren geladenen Gästen.
So geht von dieser Veranstaltung eine Botschaft der Hoffnung und der Zuversicht aus: Wenn junge Menschen – und nach ihrem Vorbild auch wir alle – Verantwortung für einander und unser Miteinander übernehmen, wird die Welt jeden Tag besser und menschlicher. Und das Leben für alle leichter.
Bewegende Abschlussfeier unserer Absolventinnen und Absolventen
Geschafft! Nach monatelangem Bangen und Hoffen, Vorbereiten und Schockstarre-Überwinden, nach Erleuchtungen und Blackouts, nach Stressen und Chillen sind die Zentralen Abschlussprüfungen 2026 an unserer Realschule Benrath (wie in ganz NRW) nun Geschichte.
Zeit, neue Geschichten zu schreiben. Oder neue Kapitel aufzuschlagen. Oder neue Wege zu gehen. Oder neue Türen zu öffnen. Dies sind nur Beispiele aus den zahlreichen Reden, die am Ende der Prüfungszeit standen – bei der großen Abschlussfeier in unserer Aula. Die erste Abschlussfeier im neuen Gebäude war zugleich der letzte Akt dieses Lebensabschnitts der Absolventinnen und Absolventen.
Wer die schicken jungen Erwachsenen betrachtete, wusste sogleich, womit diese die letzten Wochen auch verbracht hatten: mit Klamotten-Shopping vom Feinsten und Friseurbesuchen. Viele Mädels glänzten in allen nur vorstellbaren edlen Farben und mit viel Glitzer, viele Jungs machten in sehr eleganten Anzügen viel her – ein wahres Fest! Zu Thema Schuhe sei hier mit einem Mythos aufgeräumt: Ob High Heels oder nagelneue Anzugschuhe aus Leder: Nicht eingetragen verursachen sie bei allen SchuträgerInnen Blasen. Zum Glück sind auch schicke Turnschuhe hipp, zu denen einige der AbsolventInnen griffen.
Die Feierlichkeiten waren in zwei Teile geteilt: Zuerst begingen die Klassen 10a und 10b ihren Abschluss, dann folgten die Klassen 10c und 10d. Insgesamt gab es 13 Reden – manche lustig, manche nachdenklich, manche emotional, manche mahnend. Es flossen viele Tränen der Rührung, es gab Standing Ovations und jede Menge Beifall. Am lautesten gelacht wurde bei den Klassenvideos, die meisten „Wie süß!“-Rufe riefen die Kinderfotos hervor, die bei den Zeugnisvergaben gezeigt wurden. Sie erzeugten auch geballte Wehmut bei den anwesenden Eltern, die sich deutlich bewusst wurden: Unsere Kinder sind nicht mehr klein, sie haben einen wichtigen Abschnitt geschafft und ab jetzt werden sie viele Entscheidungen selbst treffen. Der Zwiespalt zwischen Loslassen-Müssen und Unterstützen-Wollen ist wohl einer der schwierigsten für alle Eltern auf dem gesamten Erdball.
Rückblicke gab es natürlich auch – bei den Fotos, Videos und in den Reden. Schulleiter Jens Kock erinnerte an die mitunter schwierigen Zeiten in der Stufe 10, in der es eine Reihe Chaos liebender SchülerInnen anderen nicht leicht gemacht und den Lehrkräften so manche Geduldsproben abverlangt hatten. Er wünschte allen AbsolventInnen, dass sie ihr Leben (ab jetzt) verantwortungsvoll in die Hand nehmen und ihren Weg zielstrebig gehen mögen.
Unserer stellvertretenden Schulleiterin Frau Winter lag besonders am Herzen, bestimmte Gruppen von Schülerinnen und Schülern zu ehren: die, die sich unauffällig an die Regeln hielten und sorgsam arbeiteten. Dann die, die sich besonders für die Schule einsetzten – z.B. als SanitäterInnen, StreitschlichterInnen, SporthelferInnen und in verschiedenen Projekten. Passend dazu zeigte die Tanz-AG ihr bewundernswertes und bejubeltes Können – dafür investieren die Mädchen aus den Stufen 5 bis 9 viel Zeit, Kraft und Leidenschaft. Frau Winter ehrte außerdem diejenigen, die im Unterricht Herausragendes leisteten. Mehr als zehn SchülerInnen haben einen Abschluss mit einer 1 vor dem Komma erreicht – auch dafür gab es großen Applaus.
Für die AbsolventInnen stand vor allem der Dank im Mittelpunkt, wie unter anderem das Schülersprecher-Team Kayra Geçer und Mohamed Ebanhesaten deutlich machte: „Wir danken allen Lehrerinnen und Lehrer, die uns begleitet haben, uns unterstützt, an uns geglaubt und uns geprägt haben.“ Darauf folgte ein „Bad“ aus Blumensträußen und Abschiedsgeschenken. Die Klassenleitungen der Stufe 10 bedankten sich ihrerseits mit kleinen Gaben zusätzlich zu den Zeugnismappen.
Am Abend trafen sich dann alle noch einmal wieder. Beim gemeinsamen Essengehen gab es viel zu erzählen und alle genossen die gemeinsame Zeit. Und wer weiß: Vielleicht sehen wir viele der Absolventinnen bald wieder – Ende September beim Ehemaligentreffen.
Beim Regionaltreffen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ NRW wurde Maßnahmen gegen jede Form von Ausgrenzung diskutiert.
Kann man mit Rap und Hip Hop Rassismus verhindern? Wie geht man mit Fremdenfeindlichkeit um, wenn Menschen wegen ihrer Herkunft oder Hautfarbe ausgegrenzt werden? Und was kann man den Gruppen in Gesellschaft und Politik entgegensetzen, die Deutsch-Sein extrem anders verstehen als die meisten anderen im Land?
Es war keine leichte Kost, die unser RSB-Team beim Regionaltreffen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus- – Schule mit Courage“ zu verdauen und zu bearbeiten hatte. Maryam, Lucy & Johenny aus der Stufe 8 und Frau Kressin fanden zum Glück sofort Ermutigung: Wir sind viele! Mit mehr als 1400 Schulen in Nordrhein-Westfalen und mehr als 5000 in ganz Deutschland bildet das Netzwerk ein starkes Rückgrat für unser aller Engagement gegen Rassismus. Das betonte auch Andrea Stern, Regional-Koordinatorin in Mülheim/Ruhr. Sie berichtete in einem Rückblick vom Netzwerktreffen in Mülheim an der Ruhr im Mai, das unter dem Motto: „Vereint in Vielfalt – Gemeinsam für Demokratie!“ stand. Es tue gut zu sehen, dass man nicht alleine sei, beschrieb sie die Stärke des Netzwerks: „Es gab und gibt viele inspirierende Gespräche und gelebte Solidarität.“
Zu Solidarität rief auch Xavier Domain (DGB- Jugend Düsseldorf-Bergisch Land) in seinem Grußwort auf. Alle müssten, so sagte er, zusammenarbeiten, um Hass und Hetze etwas entgegenzuhalten.
Gemeinsames Engagement gegen jede Art von Ausgrenzung kann auch über die Musik kommen, wie Professor Dr. Bünyamin Werker * in seinem Vortrag erklärte. Sein Thema war „Hip-Hop-Kultur und Rap als Medium diversitätssensibler Bildungsarbeit mit Jugendlichen“ und er zeigte an vielen Beispielen aus der Musikgeschichte und aus aktuellen Liedern, dass die MusikerInnen über ihre Texte und ihr Auftreten persönliche Geschichten erzählen, über die man ins Gespräch kommen könne. „Der Vorteil bei Hip-Hop und Rap ist auch, dass man keine Noten kennen muss“, betonte Professor Werker. „Man muss auch nicht singen können und man muss auch kein Instrument beherrschen“, ergänzte er. „Man kann einfach loslegen.“
Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit viel Austausch und intensiven Gesprächen gab es am Nachmittag sechs Workshops, in denen Beispiele für mögliche Projekte im Sinne des Netzwerks vorgestellt wurden. Auch das Thema Rechtsradikalismus wurde ausführlich besprochen, ebenso wie das Thema strukturelle Ausgrenzung von Frauen und queeren Menschen – privat und im Arbeitsalltag. Es stelle sich, so die Experten, immer wieder heraus, dass eben nicht nur dumme Sprüche auf der Straße und Abwertung im Alltag das Problem sind. In der Arbeitswelt werden Menschen mit gezieltem, so genannten „strukturellen“ Rassismus bewusst demontiert und gedemütigt. Viele müssen niedrige, schwere Arbeit leisten, um ihren Vorgesetzten Wohlstand zu bescheren. Ohne faire Bezahlung und ohne die Chance, sich selbst und ihren Familien ein besseres Leben aufbauen zu können.
Am Ende des Regionaltreffens kamen die ca. 150 TeilnehmerInnen zu dem Ergebnis: Sich gegen Rassismus und Ausgrenzung einzusetzen ist eine Lebensaufgabe, die niemals aufhört. Aber: Gemeinsam können wir es mutig und gestärkt angehen.
* Dr. Bünyamin Werker. ist seit März 2022 Professor für Bildung und Erziehung im Kontext Sozialer Arbeit an der Hochschule Hannover. Privat ist er Musiker aus Leidenschaft und setzt sich mit anderen Musikern gegen Rassismus ein.
Schüler besuchten eine Moschee und eine evangelische Kirche
Der Tag war perfekt gewählt. Während der ersten deutschlandweiten Hitzewelle 2026 unternahmen die Religionskurse (insgesamt 30 SchülerInnen der Kurs Evangelische, Katholische und Islamische Religion) am 23. Juni einen Unterrichtsgang zur Moschee der Gemeinde Masjid Assalam in Reisholz und zur Dankeskirche in Benrath. Allein durch ihre Größe herrschte in beiden Häusern angenehme Kühle.
Optisch könnten die beiden Gebetshäuser nicht unterschiedlicher sein: Während die Dankeskirche vor mehr als 110 Jahren gebaut wurde, ist die Moschee erst seit kurzem fast fertig. Während in der Dankeskirche feste Bankreihen stehen* und es z.B. mehrere Altäre, Kreuze und Gemälde gibt, trifft man in der Moschee auf weiche Teppiche, auf den denen die Gläubigen während des Gebets sitzen oder knien. Von dort aus blickt man auf schneeweiße Wände.
In einem aber, so empfanden es die Jugendlichen, gleichen sich die Gebetshäuser: Sie strahlen Willkommensfreude, Ruhe und Frieden aus und laden dazu ein, innezuhalten, zu sich selbst zu kommen und sich in kleinen Gruppen über Religion und Glauben auszutauschen. Außerdem waren der Imam und Pfarrer Michael Mutzbauer offen für Fragen und Gespräche. Die Zeit in Moschee und Kirche wurde so zur Erfrischung für die Seele.
Auch die begleitenden Lehrerinnen Frau Döring-Preiß, Frau Kocaman und Frau Kowsky fassten begeistert zusammen: „Wir haben viele Gemeinsamkeiten bei den Religionen erkennen können. Beide Gemeinden und sind offen für einander und es ist für den Pfarrer wie für den Imam eine Herzensangelegenheit, Menschen im Glauben zu begleiten und ihnen auch im Alltag zur Seite zu stehen.“
*: Dass beide Gemeinden in Bewegung bleiben, zeigen ihre nächsten Projekte: In der Dankeskirche steht am 12. Juli 2026 das Sommerfest an, bei dem die Kirchenbänke beiseite geschoben werden und einer großen Hüpfburg für die Kinder Platz machen sollen! Die Idee entstand, weil es bei den letzten beiden Festen so stark geregnet hatte, dass die Kinder die Hüpfburg nicht nutzen konnten.
Und in der Gemeinde Masjid Assalam wird kräftig gebaut: Neben der Moschee sind ein Gemeindezentrum und weitere Räumlichkeiten für Jugendarbeit geplant.