Warum Anne Frank ein Vorbild für uns alle sein kann

Mit diesen Worten beginnt das wohl berühmteste Tagebuch der Welt: Das Tagebuch der Anne Frank wurde weltweit mehr als 30 Millionen Mal verkauft und in mehr als ca. 70 Sprachen übersetzt. Von ihrer Berühmtheit hatte das junge Mädchen nichts – sie starb 1944 im norddeutschen Konzentrationslager Bergen-Belsen an einer Epidemie. Anne Frank war Jüdin. In einem Versteck vor den Nazis schrieb sie fast zwei Jahre lang Tagebuch und dokumentierte so, wie das Leben in der Enge mit vielen Vorschriften ablief. Es wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gefunden und zwei Jahre später von ihrem Vater veröffentlicht.

Doch wer war Anne Frank wirklich? Die Schülerinnen und Schüler der Stufe 8 unserer Realschule Benrath machten sich an einem Projekttag lang auf den Weg, um die damals fast gleichaltrige Anne von ihrem 13. Geburtstag bis zu ihrem Entdeckt-Werden mit knapp 15 Jahren besser kennenzulernen, ihr Schicksal zu begreifen und ihre Botschaften zu verstehen.

Das konnten sie auf verschiedenen Wegen tun: Sie konnten im Tagebuch lesen oder es als Hörbuch hören; sie konnten eine Szene aus dem Tagebuch zeichnerisch umsetzen, einen Podcast zum Thema aufnehmen, ein Video dazu drehen, mit Augmented Reality eine Freundin von Anne kennenlernen, eine virtuelle Tour durch das Anne-Frank-Museum in Amsterdam unternehmen und sich nicht zuletzt im Gespräch miteinander und mit den Lehrkräften über das, was sie erfuhren, austauschen.

Die Jugendlichen machten sich eifrig ans Werk und in allen Räumen des 8er-Clusters wurde eifrig gelesen, gezeichnet und gefilmt. Es stellte sich heraus: Für viele ist Anne Frank ein Vorbild, weil sie dieselben alltäglichen Probleme wie sie hatte – etwa Streit mit der Familie. Ihr Mut und ihre Furchtlosigkeit, für sich selbst einzustehen, inspirieren junge Menschen, sich gegen Ausgrenzung und für Menschenrechte einzusetzen. Außerdem bewahrte sich Anne trotz ihrer Angst im Versteck ihren Lebenswillen. Das zeigte den AchtklässlerInnen, wie wichtig Hoffnung und Durchhaltevermögen sind. 

Bei der Schlussrunde in der Aula sammelten alle ihre Arbeitsergebnisse. Der Tag, so fanden die meisten, sei wichtig gewesen, sagten viele SchülerInnen. Die Beschäftigung mit Anne Frank habe ihnen vor Augen geführt, zu welchen Katastrophen Ausgrenzung und Hass führen können. 

Am Ende erfuhren sie auch, dass Anne der Veröffentlichung ihres Tagebuchs vielleicht sogar zugestimmt hätte. So beginnt ihr letzter Eintrag, bevor sie von der Gestapo abgeholt wurde:

Text & Fotos: krs

Mehr Infos über Anne Frank gibt es hier:

Die virtuelle Tour durchs Anne-Frank-Haus kann man von hier auch starten:

https://www.annefrank.org/de/museum/