Aktuelles

School Heroes machen die Welt ein bisschen besser

Drei unserer SchülerInnen wurden vom Oberbürgermeister für Leistung und Engagement ausgezeichnet.

Schule – viele halten sie vor allem für einen Ort ständigen Paukens, anstrengender Prüfungen und herausfordernder Ausbildung für die Zukunft in einer Menge von Fächern. Für eine Reihe von Schülerinnen und Schüler aber ist Schule auch ein Ort, an dem sie gerne fleißig und erfolgreich sind, an dem sie ihre Talente entdecken und ausbauen und sie auch engagiert für die Schulgemeinschaft  einbringen.

Am 8. Juli 2026 wurden 120 dieser Schülerinnen aus ganz Düsseldorf für ihre harte Arbeit und ihren Einsatz geehrt. Ab sofort dürfen sie sich „School Heroes“ (Schul-Helden und -Heldinnen) nennen. Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller persönlich überreichte die Urkunden für „herausragende Leistungen und ein besonderes Engagement in der Schule“, wie es im Urkundentext heißt. 

Jede weiterführende Schule in Düsseldorf darf drei junge Menschen für die Auszeichnung vorschlagen. Zur Freude aller waren auch in diesem Jahr zwei Schülerinnen und ein Schüler unserer Realschule Benrath unter den Geehrten: Esna Tekin, Eric Schöffler und Jasmin Kumar. Wir gratulieren herzlich!!! 🥳

Fotos: Kle

Der Abend wurde von dem Radio- Fernsehmoderator Simon Beeck moderiert. Für mitreißende Musik sorgte DJ SAY WHAAT. Es gehe bei der Ehrung, so sagte Dr. Keller in seiner Ansprache, nicht allein um Lernerfolge. Der große Einsatz im schulischen und sozialen Umfeld sei genauso wichtig. Dazu brauche es „Leidenschaft, Motivation und Durchhaltevermögen“ und alle Ausgezeichneten hätten genau dies gezeigt. Für Dr. Kellers Worte gab es tosenden Beifall von den Familien und Freunden der Jugendlichen, den VertreterInnen der Schulen und weiteren geladenen Gästen.

So geht von dieser Veranstaltung eine Botschaft der Hoffnung und der Zuversicht aus: Wenn junge Menschen – und nach ihrem Vorbild auch wir alle – Verantwortung für einander und unser Miteinander übernehmen, wird die Welt jeden Tag besser und menschlicher. Und das Leben für alle leichter.

Text: krs

Es ist Zeit, neue Geschichten zu schreiben

Bewegende Abschlussfeier unserer Absolventinnen und Absolventen

Geschafft! Nach monatelangem Bangen und Hoffen, Vorbereiten und Schockstarre-Überwinden, nach Erleuchtungen und Blackouts, nach Stressen und Chillen sind die Zentralen Abschlussprüfungen 2026 an unserer Realschule Benrath (wie in ganz NRW) nun Geschichte.

Zeit, neue Geschichten zu schreiben. Oder neue Kapitel aufzuschlagen. Oder neue Wege zu gehen. Oder neue Türen zu öffnen. Dies sind nur Beispiele aus den zahlreichen Reden, die am Ende der Prüfungszeit standen – bei der großen Abschlussfeier in unserer Aula. Die erste Abschlussfeier im neuen Gebäude war zugleich der letzte Akt dieses Lebensabschnitts der Absolventinnen und Absolventen. 

Wer die schicken jungen Erwachsenen betrachtete, wusste sogleich, womit diese die letzten Wochen auch verbracht hatten: mit Klamotten-Shopping vom Feinsten und Friseurbesuchen. Viele Mädels glänzten in allen nur vorstellbaren edlen Farben und mit viel Glitzer, viele Jungs machten in sehr eleganten Anzügen viel her – ein wahres Fest! Zu Thema Schuhe sei hier mit einem Mythos aufgeräumt: Ob High Heels oder nagelneue Anzugschuhe aus Leder: Nicht eingetragen verursachen sie bei allen SchuträgerInnen Blasen. Zum Glück sind auch schicke Turnschuhe hipp, zu denen einige der AbsolventInnen griffen.

Die Feierlichkeiten waren in zwei Teile geteilt: Zuerst begingen die Klassen 10a und 10b ihren Abschluss, dann folgten die Klassen 10c und 10d. Insgesamt gab es 13 Reden – manche lustig, manche nachdenklich, manche emotional, manche mahnend. Es flossen viele Tränen der Rührung, es gab Standing Ovations und jede Menge Beifall. Am lautesten gelacht wurde bei den Klassenvideos, die meisten „Wie süß!“-Rufe riefen die Kinderfotos hervor, die bei den Zeugnisvergaben gezeigt wurden. Sie erzeugten auch geballte Wehmut bei den anwesenden Eltern, die sich deutlich bewusst wurden: Unsere Kinder sind nicht mehr klein, sie haben einen wichtigen Abschnitt geschafft und ab jetzt werden sie viele Entscheidungen selbst treffen. Der Zwiespalt zwischen Loslassen-Müssen und Unterstützen-Wollen ist wohl einer der schwierigsten für alle Eltern auf dem gesamten Erdball.

Rückblicke gab es natürlich auch – bei den Fotos, Videos und in den Reden. Schulleiter Jens Kock erinnerte an die mitunter schwierigen Zeiten in der Stufe 10, in der es eine Reihe Chaos liebender SchülerInnen anderen nicht leicht gemacht und den Lehrkräften so manche  Geduldsproben abverlangt hatten. Er wünschte allen AbsolventInnen, dass sie ihr Leben (ab jetzt) verantwortungsvoll in die Hand nehmen und ihren Weg zielstrebig gehen mögen. 

Unserer stellvertretenden Schulleiterin Frau Winter lag besonders am Herzen, bestimmte Gruppen von Schülerinnen und Schülern zu ehren: die, die sich unauffällig an die Regeln hielten und sorgsam arbeiteten. Dann die, die sich besonders für die Schule einsetzten – z.B. als SanitäterInnen, StreitschlichterInnen, SporthelferInnen und in verschiedenen Projekten. Passend dazu zeigte die Tanz-AG ihr bewundernswertes und bejubeltes Können – dafür investieren die Mädchen aus den Stufen 5 bis 9 viel Zeit, Kraft und Leidenschaft.  Frau Winter ehrte außerdem diejenigen, die im Unterricht Herausragendes leisteten. Mehr als zehn SchülerInnen haben einen Abschluss mit einer 1 vor dem Komma erreicht – auch dafür gab es großen Applaus. 

Für die AbsolventInnen stand vor allem der Dank im Mittelpunkt, wie unter anderem das Schülersprecher-Team Kayra Geçer und Mohamed Ebanhesaten deutlich machte: „Wir danken allen Lehrerinnen und Lehrer, die uns begleitet haben, uns unterstützt, an uns geglaubt und uns geprägt haben.“ Darauf folgte ein „Bad“ aus Blumensträußen und Abschiedsgeschenken. Die Klassenleitungen der Stufe 10 bedankten sich ihrerseits mit kleinen Gaben zusätzlich zu den Zeugnismappen. 

Am Abend trafen sich dann alle noch einmal wieder. Beim gemeinsamen Essengehen gab es viel zu erzählen und alle genossen die gemeinsame Zeit. Und wer weiß: Vielleicht sehen wir viele der Absolventinnen bald wieder – Ende September beim Ehemaligentreffen.

Fotos & Text: krs

Hip Hop gegen Ausgrenzung

Beim Regionaltreffen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ NRW wurde Maßnahmen gegen jede Form von Ausgrenzung diskutiert.

Kann man mit Rap und Hip Hop Rassismus verhindern? Wie geht man mit Fremdenfeindlichkeit um, wenn Menschen wegen ihrer Herkunft oder Hautfarbe ausgegrenzt werden? Und was kann man den Gruppen in Gesellschaft und Politik entgegensetzen, die Deutsch-Sein extrem anders verstehen als die meisten anderen im Land?

Es war keine leichte Kost, die unser RSB-Team beim Regionaltreffen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus- – Schule mit Courage“ zu verdauen und zu bearbeiten hatte. Maryam, Lucy & Johenny aus der Stufe 8 und Frau Kressin fanden zum Glück sofort Ermutigung: Wir sind viele! Mit mehr als 1400 Schulen in Nordrhein-Westfalen und mehr als 5000 in ganz Deutschland bildet das Netzwerk ein starkes Rückgrat für unser aller Engagement gegen Rassismus. Das betonte auch Andrea Stern, Regional-Koordinatorin in Mülheim/Ruhr. Sie berichtete in einem Rückblick vom Netzwerktreffen in Mülheim an der Ruhr im Mai, das unter dem Motto: „Vereint in Vielfalt – Gemeinsam für Demokratie!“ stand. Es tue gut zu sehen, dass man nicht alleine sei, beschrieb sie die Stärke des Netzwerks: „Es gab und gibt viele inspirierende Gespräche und gelebte Solidarität.“ 

Zu Solidarität rief auch Xavier Domain (DGB- Jugend Düsseldorf-Bergisch Land) in seinem Grußwort auf. Alle müssten, so sagte er, zusammenarbeiten, um Hass und Hetze etwas entgegenzuhalten. 

Gemeinsames Engagement gegen jede Art von Ausgrenzung kann auch über die Musik kommen, wie Professor Dr. Bünyamin Werker * in seinem Vortrag erklärte. Sein Thema war „Hip-Hop-Kultur und Rap als Medium diversitätssensibler Bildungsarbeit mit Jugendlichen“ und er zeigte an vielen Beispielen aus der Musikgeschichte und aus aktuellen Liedern, dass die MusikerInnen über ihre Texte und ihr Auftreten persönliche Geschichten erzählen, über die man ins Gespräch kommen könne. „Der Vorteil bei Hip-Hop und Rap ist auch, dass man keine Noten kennen muss“, betonte Professor Werker. „Man muss auch nicht singen können und man muss auch kein Instrument beherrschen“, ergänzte er. „Man kann einfach loslegen.“

Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit viel Austausch und intensiven Gesprächen gab es am Nachmittag sechs Workshops, in denen Beispiele für mögliche Projekte im Sinne des Netzwerks vorgestellt wurden. Auch das Thema Rechtsradikalismus wurde ausführlich besprochen, ebenso wie das Thema strukturelle Ausgrenzung von Frauen und queeren Menschen – privat und im Arbeitsalltag. Es stelle sich, so die Experten, immer wieder heraus, dass eben nicht nur dumme Sprüche auf der Straße und Abwertung im Alltag das Problem sind. In der Arbeitswelt werden Menschen mit gezieltem, so genannten „strukturellen“ Rassismus bewusst demontiert und gedemütigt. Viele müssen niedrige, schwere Arbeit leisten, um ihren Vorgesetzten Wohlstand zu bescheren. Ohne faire Bezahlung und ohne die Chance, sich selbst und ihren Familien ein besseres Leben aufbauen zu können.

Am Ende des Regionaltreffens kamen die ca. 150 TeilnehmerInnen zu dem Ergebnis: Sich gegen Rassismus und Ausgrenzung einzusetzen ist eine Lebensaufgabe, die niemals aufhört. Aber: Gemeinsam können wir es mutig und gestärkt angehen.

* Dr. Bünyamin Werker. ist seit März 2022 Professor für Bildung und Erziehung im Kontext Sozialer Arbeit an der Hochschule Hannover. Privat ist er Musiker aus Leidenschaft und setzt sich mit anderen Musikern gegen Rassismus ein.

Erfrischung für die Seele

Schüler besuchten eine Moschee und eine evangelische Kirche

Der Tag war perfekt gewählt. Während der ersten deutschlandweiten Hitzewelle 2026 unternahmen die Religionskurse (insgesamt 30 SchülerInnen der Kurs Evangelische, Katholische und Islamische Religion) am 23. Juni einen Unterrichtsgang zur Moschee der Gemeinde Masjid Assalam in Reisholz und zur Dankeskirche in Benrath. Allein durch ihre Größe herrschte in beiden Häusern angenehme Kühle.

Optisch könnten die beiden Gebetshäuser nicht unterschiedlicher sein: Während die Dankeskirche vor mehr als 110 Jahren gebaut wurde, ist die Moschee erst seit kurzem fast fertig. Während in der Dankeskirche feste Bankreihen stehen* und es z.B. mehrere Altäre, Kreuze und Gemälde gibt, trifft man in der Moschee auf weiche Teppiche, auf den denen die Gläubigen während des Gebets sitzen oder knien. Von dort aus blickt man auf schneeweiße Wände.

In einem aber, so empfanden es die Jugendlichen, gleichen sich die Gebetshäuser: Sie strahlen Willkommensfreude, Ruhe und Frieden aus und laden dazu ein, innezuhalten, zu sich selbst zu kommen und sich in kleinen Gruppen über Religion und Glauben auszutauschen. Außerdem waren der Imam und Pfarrer Michael Mutzbauer offen für Fragen und Gespräche. Die Zeit in Moschee und Kirche wurde so zur Erfrischung für die Seele.

Auch die begleitenden Lehrerinnen Frau Döring-Preiß, Frau Kocaman und Frau Kowsky fassten begeistert zusammen: „Wir haben viele Gemeinsamkeiten bei den Religionen erkennen können. Beide Gemeinden und sind offen für einander und es ist für den Pfarrer wie für den Imam eine Herzensangelegenheit, Menschen im Glauben zu begleiten und ihnen auch im Alltag zur Seite zu stehen.“

*: Dass beide Gemeinden in Bewegung bleiben, zeigen ihre nächsten Projekte: In der Dankeskirche steht am 12. Juli 2026 das Sommerfest an, bei dem die Kirchenbänke beiseite geschoben werden und einer großen Hüpfburg für die Kinder Platz machen sollen! Die Idee entstand, weil es bei den letzten beiden Festen so stark geregnet hatte, dass die Kinder die Hüpfburg nicht nutzen konnten.

Und in der Gemeinde Masjid Assalam wird kräftig gebaut: Neben der Moschee sind ein Gemeindezentrum und weitere Räumlichkeiten für Jugendarbeit geplant. 

Fußball-Pokal zum Abschied

Das erste Abschluss-Fußballturnier an unserer Schule war ein voller Erfolg.

Was ist das für ein Ereignis, bei dem sich acht Klassen in einer Sporthalle versammeln, von denen die Hälfte sportlich alles gibt und die andere Hälfte sie dabei anfeuert? Das ist das große erste Abschluss-Fußballturnier der Stufen 9 und 10 der neuen Realschule Benrath! Nicht nur draußen gab es hochsommerliche Temperaturen, auch die Halle kochte vor Energie und Sportsgeist.

Bei dem Hallenturnier traten je zwei Teams mit je sieben Spielern pro Mannschaft für zweimal zehn Minuten gegen einander an. Die ZuschauerInnen unterstützen ihre Teams mit viel Beifall, Plakaten, ermutigenden Rufen bei Toren und Trost bei verschossenen Strafstößen. Die Sportlehrkräfte gaben alles, damit die Partien fair und sportlich blieben. 

Beim Finale hielt es kaum noch jemanden auf den Bänken: Die Klassen 10a und 10c kickten den Ball auf hohem Niveau. Es ging mit 0:0 in die Verlängerung, und danach erneut bei einem Stand von 0:0 ins Sieben-Meter-Schießen. Nach fünf Schüssen pro Team stand es zunächst 2:2. Am Ende setzte sich die Klasse 10a mit 4:3 durch und machte den Sieg für sich klar. Voller Stolz und überglücklich nahm die Mannschaft den funkelnagelneuen Realschule-Benrath-Wanderpokal entgegen.

Doch alle ZehntklässlerInnen fühlten sich ein bisschen wie Sieger – denn dieses Turnier war der gelungene Start ihrer Abschiedswochen von unserer Schule, die am 03.07.2026 mit den Abschlussfeiern ihren zweiten Höhepunkt finden wird.

Fotos: rb; Text: krs

Noch mehr Eindrücke gibt es hier:

Von Freiheit und Widerstand

Der Kurs 10PP folgte den Spuren der Edelweißpiraten.


Was ist Freiheit? Warum ist sie so wichtig? Welche Freiheiten sind wichtiger als andere? Was sind unsere Freiheiten wert? Und wie weit gehen Menschen, um sie zu verteidigen, auch unter schwierigsten Bedingungen? Mit diesen Fragen hat sich der Kurs 10 Praktische Philosophie intensiv beschäftigt.

Zum Abschluss der Lerneinheit fuhr die Gruppe nach Köln-Ehrenfeld, um auf Spurensuche zu gehen. Denn in dem heute bunten, turbulenten und alternativen Stadtteil schlossen sich einst junge Menschen zusammen, um Widerstand zu leisten. Widerstand gegen die Nationalsozialisten, deren Regime und deren Krieg 1939 is 1945 sich gegen die Freiheit, gegen die Selbstbestimmung und gegen die Menschlichkeit richteten: Die Edelweißpiraten.

Die Philosophie-SchülerInnen lernten: Der Name „Edelweißpiraten“ wuchs aus einer Beschimpfung der Nazis, mit der sie die Gruppe der Widerständler demütigen wollten. Doch die Edelweißpiraten – die meisten in dem Alter wie unsere Zehntklässler heute – ließen sich nicht beirren. Was 1942 mit Treffen in der Natur und Spottliedern auf die Nazis und Flugblatt-Aktionen begann, wurde rasch zum bewaffneten Widerstand, geplant und organisiert in Ehrenfelder Kellern, versteckt und gedeckt von vielen Mittwissenden. Für viele waren die Edelweißpiraten Vorbilder wegen ihres Mutes und ihrer Unerschrockenheit. Für andere waren sie gefährliche Kriminelle, die man bestrafen musste.

Am Ende brachte ihr Einsatz auch vielen Edelweißpiraten den Tod. Die Gestapo und SS ermordeten am 10. November 1944 dreizehn Mitglieder der sogenannten „Ehrenfelder Gruppe“, darunter auch jugendliche Edelweißpiraten. Die öffentliche Hinrichtung ohne Gerichtsurteil fand an einer Eisenbahnbrücke am Bahnhof Ehrenfeld in Köln statt. Die Tötungen wurden gefilmt und fotografiert – das sollte als Abschreckung dienen.

Genau an der Hinrichtungsstelle gibt es heute eine Gedenkstätte mit den Namen der jungen Widerständler und mit ihren wichtigsten Botschaften, mit Gemälden, einer Gedenktafel und Porträts einzelner wichtiger Gesichter der Widerstandsgruppe. Gegenüber auf dem Boden sind auch Stolpersteine* verlegt, die an zwei Anführer der Edelweißpiraten erinnern. 

Nur zwei Straßen weiter erinnert der Hochbunker K101 an die Geschichte der Gruppe – als einer der Treffpunkte der Edelweißpiraten. Heute ist der Bunker ein Veranstaltungsort, in dem Konzerte, Theaterstücke und andere Kulturevents stattfinden, bei denen Themen wie Ausgrenzung und Rassismus sehr wichtig sind.

Am Ende des Rundgangs waren die PP-SchülerInnen sehr nachdenklich. Ja, so waren sie einig, die Edelweißpiraten beeindrucken bis heute Menschen mit ihrem Widerstand. Aber sie nahmen Verfolgung, Gefängnis und Gefahr auf sich, viele bezahlten mit dem Tod. Wieviel ist die Freiheit wert? Diese Frage wird uns noch lange beschäftigen. 

Text und Fotos: krs

Wer mehr über die Edelweißpiraten erfahren möchte, kann dies in dieser Doku des TV-Senders ARTE tun: https://www.youtube.com/watch?v=JAg5plf6Uzk

 *: Stolpersteine sind kleine Gedenksteine, die im Gehweg vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern von NS-Opfern verlegt werden. Sie erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert oder ermordet wurden. Das Konzept stammt vom Künstler Gunther Demnig.

Ein Dorf erwacht zu neuem Leben

Eindrücklicher Besuch in Keyenberg und am Tagebau Garzweiler*

Der WP-Kurs Wirtschaft 8 und die Klasse 8d der Realschule Benrath unternahmen einen besonderen Unterrichtsgang: Sie fuhren im Juni 2026 nach Keyenberg und zum Tagebau Garzweiler. Keyenberg ist ein Ortsteil der Stadt Erkelenz im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Herrn Zariouh, Frau Türk und Frau Rempel.

Vor Ort erhielten die Schülerinnen und Schüler eine spannende Dorfführung durch Barbara Ziemann-Oberherr, die eng mit Keyenberg verbunden ist und sich seit vielen Jahren mit der Geschichte und Zukunft des Ortes auseinandersetzt. 

Die Geschichte von Keyenberg ist einzigartig

Die Jugendlichen erfuhren: Durch den Braunkohleabbau – viele Jahre wichtiger Standard für die Energiegewinnung – war der Ort Keyenberg lange Zeit bedroht, weil die Abbaufläche erweitert werden sollte. Der Stromerzeuger RWE* übernahm viele der Häuser, andere wurden im Zuge der geplanten Umsiedlung von ihren Bewohnern verlassen. 
Ursprünglich sollten die Dörfer dem Tagebau Garzweiler weichen. Durch den vorgezogenen Kohleausstieg entfiel der Bedarf für die darunterliegende Braunkohle. Da die Umsiedlung bereits im Jahr 2016 begann, existieren derzeit sowohl das alte, zu großen Teilen leergezogene Dorf als auch der neue Umsiedlungsstandort. Die Stadt Erkelenz treibt die Wiederbelebung des alten Ortes voran. 

Die Entscheidung, dass Keyenberg und vier weitere Erkelenzer Dörfer (Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich) erhalten bleiben, fiel im Oktober 2022. Die nordrhein-westfälische Landesregierung beschloss, die Kohle unter den Orten nicht mehr abzubaggern, wodurch der Abriss abgewendet wurde.
Nachdem das Dorf nun doch erhalten bleiben soll, steht Keyenberg vor einer neuen Herausforderung: Aus einem fast verlassenen Ort soll wieder ein lebendiges Dorf werden.
Während der Führung konnten sich die Schülerinnen und Schüler selbst ein Bild davon machen, welche Folgen der Braunkohleabbau für Menschen, Häuser, Straßen und ganze Dorfgemeinschaften haben kann. Besonders eindrücklich war der Kontrast zwischen den verlassen wirkenden Gebäuden, der ruhigen Dorfatmosphäre und der Hoffnung, dass Keyenberg in Zukunft wieder stärker belebt wird.

Auch der Blick auf den Tagebau Garzweiler machte deutlich, wie groß der Eingriff in die Landschaft ist und wie eng wirtschaftliche Interessen, Energieversorgung, Klimaschutz und persönliche Schicksale miteinander verbunden sind. Die Schülerinnen und Schüler stellten viele Fragen und nutzten die Gelegenheit, mehr über Umsiedlung, Heimatverlust, Kohleabbau und die Zukunft der Region zu erfahren.
Bei hochsommerlichen Temperaturen waren alle mit großem Interesse dabei. Der Ausflug bot eine wertvolle Möglichkeit, Unterrichtsinhalte aus Wirtschaft, Politik, Erdkunde und Gesellschaftslehre direkt vor Ort zu erleben. So wurde deutlich: Strukturwandel ist kein abstraktes Thema, sondern betrifft echte Orte und echte Menschen.

Wir bedanken uns herzlich bei Barbara Ziemann-Oberherr für die offene, informative und bewegende Führung durch Keyenberg.

Fotos & Videos: zar, tü, Khalid (8c); Text: zar

Quelle: https://de.statista.com/infografik/29139/braunkohletagebau-garzweiler-im-ueberblick/

Weitere Infos gibt es hier:
https://www.bund-nrw.de/themen/braunkohle/hintergruende-und-publikationen/braunkohlentagebaue/garzweiler/steckbriefchronologie-garzweiler

*: Garzweiler 2 ist ein riesiges, tiefes Loch im Boden, in dem riesige Bagger sogenannte Braunkohle ausgraben. Diese Kohle wird in Kraftwerken verbrannt, um daraus Strom für unsere Steckdosen zu machen. Es ist so groß, dass ganze Dörfer weichen müssen, damit die Maschinen dort arbeiten können. 

Die wichtigsten Punkte

1. Das große Loch
Garzweiler 2 ist ein sogenannter Tagebau. Das ist das Gegenteil von einem normalen Bergwerk: Statt tief unter der Erde in dunklen Tunneln zu graben, wird hier alles oben auf der Erde weggeschaufelt.
Es entsteht eine gigantische Kraterlandschaft, in der bis zu 210 Meter tief gegraben wird. 

2. Was sind das für Fahrzeuge, die man dort sieht?
Dort arbeiten extreme Riesenmaschinen, sogenannte Schaufelradbagger.
Sie sind so hoch wie ein Haus mit 30 Stockwerken und die Schaufeln an ihren Rädern sind so groß, dass ein Kleinwagen hineinpassen würde. Sie graben ununterbrochen Erde und Kohle ab. 

3. Was ist Braunkohle?
Braunkohle ist ein natürlicher Brennstoff, der vor vielen Millionen Jahren aus versteinerten Pflanzen und Wäldern entstanden ist.
Wenn man sie in Kraftwerken verbrennt, entsteht heißer Dampf, der riesige Turbinen antreibt. So wird unser Strom gemacht, damit zu Hause das Licht angeht oder Computer funktionieren. 

4. Warum ist das ein Problem?
Weil die Bagger immer weiterwandern, fressen sie sich durch Felder, Wälder und Straßen.
Das bedeutet, dass Menschen, die dort in kleinen Dörfern wohnen, ihre Heimat verlieren. Sie müssen in neue Dörfer oder Städte umziehen, und ihre alten Häuser werden abgerissen.
Außerdem ist die Kohleverbrennung nicht gut für das Klima.

5. Wie geht es weiter?
Da wir heute unseren Strom immer mehr mit Wind und Sonne machen (erneuerbare Energien) und die Kohle das Klima belastet, wird das Graben bald aufhören. 
Wenn die Grube leer ist, soll das Loch nicht einfach so bleiben: Es ist geplant, es ab dem Jahr 2036 über viele Jahrzehnte hinweg mit Wasser aus dem Rhein zu füllen. So soll dort ein riesiger, neuer See für die Menschen und die Natur entstehen.

**: Die RWE-AG mit Hauptsitz in Essen ist ein führender deutscher Energiekonzern und gilt als der größte Stromerzeuger in ganz Deutschland und damit auch die unangefochtene Nummer 1 in Nordrhein-Westfalen (NRW). 

Sonne, Spaß und Spitzenleistungen: Unsere Bundesjugendspiele!

Am 18. Juni 2026 verwandelte sich der Benrather VFL-Sportplatz in eine Arena voller Energie, Teamgeist und sportlichem Ehrgeiz. Bei blauem Himmel und viel Sonne kamen die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen zusammen, um bei den diesjährigen Bundesjugendspielen ihr Bestes zu geben. 

Sogar der Sportsgeist der Fußballweltmeisterschaft in den Tausende Kilometer entfernten Stadien in den USA, Kanada und Mexiko wehte bis nach Benrath. Viele der jungen SportlerInnen trugen T-Shirts mit den Namen und Nummern ihrer Lieblingsfußballstars und waren wild entschlossen, heute auch selbst vollen Einsatz zu zeigen und damit auch zu einem guten Klassenergebnis beizutragen. Bei unseren Bundesjugendspielen drehte sich alles um Sonne, Spaß und Spitzenleistungen!

In insgesamt vier spannenden Disziplinen wurde gerannt, gesprungen und geworfen:

  • Der Sprint: Auf der Kurzstrecke gaben alle Vollgas und kämpften um jede Zehntelsekunde.
  • Der Weitsprung: Mit viel Anlauf und perfektem Absprung flogen unsere Athletinnen und Athleten förmlich durch die Luft in die Sandgrube.
  • Der Ballwurf: Die Klassen 5 bis 8 zeigten hier ihr ganzes Geschick und warfen die Bälle in beeindruckende Weiten.
  • Das Kugelstoßen: Für die Stufen 9 und 10 ging es um Koordination, Kraft und die richtige Technik mit der schweren Eisenkugel – 4 Kilo für die Jungen, 3 Kilo für die Mädchen.

Neben den sportlichen Erfolgen stand vor allem der Zusammenhalt im Vordergrund. Überall hörte man laute Anfeuerungsrufe, und jede persönliche Bestleistung wurde von den zuschauenden MitschülerInnen kräftig gefeiert. Ein großes Dankeschön gilt allen Helferinnen und Helfern sowie den Sportlehrkräften, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben. Danke auch an den Förderverein, der den jungen SportlerInnen Mineralwasser und leckere Power-Riegel bereitgestellt hatten.

Wir sind stolz auf die tollen Ergebnisse und freuen uns schon jetzt auf das nächste Sportfest!

Fotos: krs

Bücherlisten für das Schuljahr 2026/27

Liebe Eltern und liebe SchülerInnen,
• hier finden Sie und findet ihr die neuen Bücherlisten für das Schuljahr 2026/27. Bitte lesen Sie sie aufmerksam, damit Sie wissen, welche Bücher Sie für das neue Schuljahr selbst kaufen müssen. Denken Sie daran, dass Ihre Kinder dann ein Schuljahr weiter sind. Aus Stufe 5 wird Stufe 6, aus Stufe 6 wird Stufe 7 usw.
• Bitte beachten Sie auch, dass für zieldifferente SchülerInnen eine eigene Bücherliste gilt (siehe unten).
• Außerdem finden Sie Materiallisten für das Schuljahr 2026/27. Bitte denken Sie daran, Federmäppchen, Hefte, Collegeblocks etc. zu ergänzen und nachzukaufen, wenn nicht mehr alles vollständig ist.

Die Bücherlisten:

Die Materialliste:

https://realschule-benrath_materialliste_2026/27

Politik erleben – Besuch im Düsseldorfer Landtag

Wie funktioniert Demokratie live? Antworten auf diese Frage fand die Klasse 10b bei ihrem Besuch den Düsseldorfer Landtag. Sie erfuhren zum Beispiel, dass hier in dem schicken Gebäude in der Landeshauptstadt täglich 195 Abgeordnete arbeiten, die durch Wahlen dazu bestimmt wurden, sich von hier aus für die Bürgerinnen und Bürger in ganz Nordrhein-Westfalen einzusetzen.

Im Rahmen des Besuchs nahm die Klasse mit ihren begleitenden Lehrkräften Frau Kocaman und Herrn Zariouh an einem Planspiel teil, bei dem die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Abgeordneten schlüpften und über das Thema „Wahlrecht ab Geburt“ diskutierten. Dabei konnten sie erleben, wie politische Entscheidungen vorbereitet, beraten und beschlossen werden. Im Anschluss fand ein Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Frederick Cordes (SPD) statt.

Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, ihm Fragen zu seiner Arbeit im Landtag, zu aktuellen politischen Themen und zu seinem Arbeitsalltag zu stellen. Das offene Gespräch bot interessante Einblicke in die parlamentarische Arbeit und regte zu weiteren Diskussionen an. Der Besuch ermöglichte der Klasse, Politik direkt vor Ort zu erleben und demokratische Prozesse besser kennenzulernen. Insgesamt war es ein informativer und spannender Tag im Landtag NRW. 

Die Klasse 10b mit dem Landtagsabgeordneten Frederick Cordes.

Text & Fotos: Zar

Hier gibt es weitere Infos zum Landtag:

https://www.landtag.nrw.de/home.html