Was haben so unterschiedliche Dinge wie Handys, Social Media, Online-Spiele, Alkohol, Nikotin, Kopfschmerztabletten, Einkaufen, Sport, Spielkarten, Wetten, Essen und Fasten gemeinsam? Die Lösung ist einfach: Bei einem achtsamen Umgang können sie gut, richtig, angenehm und unproblematisch sein. Im Übermaß aber können sie gefährlich und manchmal sogar lebensgefährlich werden.

„Alles im falschen Maß ist Gift“ – die Bedeutung dieses bekannten Sprichwortes lernten die siebten Klassen in der Suchtpräventionswoche kennen. Drei Tage lang beschäftigten sich die SchülerInnen intensiv mit verschiedenen Süchten und damit, wie sie entstehen, welche Begleiterscheinungen und Folgen sie haben und was man dagegen tun kannst, damit man nicht süchtig wird.

Zum Thema Alkoholsucht sahen die Kinder das Theaterstück „Voll daneben“ der Kulturschule Leipzig (1) von Daniela und Günther Frese. Hier erlebten sie, wie der Jugendliche „Maik“ durch seinen ständigen Alkoholkonsum –am liebsten ein Bier namens „Floppy“ – in die Sucht rutscht. Er ist überzeugt: „Floppy macht den Kopf und den Geist frei.“ Auch als Maik mehr und mehr Probleme im Alltag bekommt, sogar einen Autounfall verursacht und außerdem noch seine Freundin zu verlieren droht, kann er seine Abhängigkeit nicht erkennen. Nach dem Stück konnten einige Schüler in einer Simulation ohne Alkohol, aber mit besonderen Brillen selbst erfahren, wie sich die Wahrnehmung der Umwelt verändert, wenn man 0,8 oder gar 1,3 Promille im Blut hat: Man verliert die Kontrolle über sich selbst seine Umgebung.
Noch eindringlicher war die Schilderung des Alkoholikers Reinhard Metz vom Kreuzbund (2), der aus seinem eigenen Leben erzählte. „Ich bin seit 25 Jahren trocken, trinke keinen Alkohol mehr, aber die Krankheit wird man nie los“, betonte er. Die Alkoholsucht habe sich bei ihm über viele Jahrzehnte entwickelt. Dabei habe er sich selbst und anderen geschadet. Er habe aber Glück gehabt und sei dankbar, dass seine Familie immer zu ihm gestanden hätte, sagte er. Denn viele Alkoholkranke verlören nicht nur die Selbstachtung, den Job und die Freunde, sondern auch die Familie wende sich ab. Indem er seine Geschichte mit anderen teile, so Metz, hoffe er, Menschen vor seinem Schicksal zu bewahren.

Der Verlauf von Süchten ähneln sich, erklärte Metz: Zuerst belüge man sich selbst und denkt, man habe alles im Griff und ist nicht abhängig. Dann aber bemerkten es oft andere und sprächen die abhängige Person an. Um unentdeckt zu bleiben, beginne man, der Sucht heimlich nachzugehen, verstecke zum Beispiel Alkohol, Tabletten, Drogen, Rechnungen (z.B. bei Kaufsucht), den Körper (unter weiten Klamotten wie bei Magersucht), das Handy (z.B. bei Social-Media-Sucht). Für viele Süchtige führe dieses Verhalten ungebremst in die Isolation und damit in die Katastrophe. Der Kreuzbund bietet hier oft lebensrettende Hilfe an.

Beispiele für Süchte
Gelegenheit zur Selbstreflexion und praktische Tipps zum Thema „Süchte vermeiden“ erarbeiteten zwei Mitarbeiterinnen von Crosspoint (3) mit den SchülerInnen in kleineren Gruppen. Jugendliche, so das Ziel, sollen vor allem selbstbewusst und informiert sein, damit sie den vielfältigen Verlockungen zu Süchten etwas entgegensetzen können. Auch der Zusammenhalt und das Aufeinander-Achten sei enorm wichtig. Der Appell: Passt auf einander auf! Wenn ihr Suchtverhalten bei euch oder in eurem Umfeld vermutet oder feststellt, vertraut euch euren Eltern, den SozialarbeiterInnen und Lehrkräften in der Schule an! Die Ergebnisse dieser Workshops hielten die SiebtklässlerInnen in selbst erstellten digitalen Präsentationen fest, die sie am Ende in ihren Klassen vorstellten.
Welche Drogen und Suchtstoffe ab wann legal sind und wo die Alters- und Tatgrenzen liegen, erfuhren die SiebtklässlerInnen von der Düsseldorfer Polizistin Frau Kummer von der Drogenprävention der Düsseldorfer Polizei. Der Tenor: Es gibt für Jugendliche in Deutschland sehr strenge Gesetze zu Herstellung, Verkauf und Einnahme von Drogen. So steht zum Beispiel im Jugendschutzgesetz:

Hier ist das Jugendschutzgesetz in einfacher Sprache zu finden:
Infos zu den Partnern der Suchprävention an der Realschule Benrath:
(1) Kulturschule Leipzig: „Gegründet wurde die Kulturschule 1999 mit der Idee, Kinder und Jugendliche wieder mehr für Theater zu interessieren und den Schulen das aufwendige Organisieren eines Theatertages abzunehmen. Die einzelnen Ensembles der Kulturschule fahren die Schule direkt an und spielen vor Ort. Teil unserer Theaterstücke ist auch eine theaterpädagogische Nachbesprechung, die wir nach jedem Theaterstück anschließen. Die Schüler haben dadurch gleichzeitig die Gelegenheiten, Fragen zum Stück oder zur Arbeit am Theater zu stellen.Wir arbeiten mittlerweile mit über 1200 Schulen in ganz Deutschland zusammen! Unsere Stücke sind Gegenwartsstücke zu aktuellen Themen wie Mobbing oder Alkoholmissbrauch, aber auch Klassiker, die speziell für Schüler bearbeitet wurden. Wir bieten zusätzlich Projekte an, bei denen wir mit den Schülern gemeinsam Theaterstücke erarbeiten.“
Quelle und weitere Infos: https://www.kulturschule.info/voll-danebenhttps://www.kulturschule.info/voll-daneben
(2) Kreuzbund Kreisverband Düsseldorf: „Der Kreuzbund bietet Suchtkranken und Angehörigen Hilfe, um aus der Sucht auszusteigen. In Selbsthilfegruppen erfahren Sie durch Gespräche “Hilfe zur Selbsthilfe”. Jeder Mensch ist beim Kreuzbund herzlich willkommen. Die Gruppenarbeit ermöglicht es den Teilnehmern, ihre Probleme zu lösen, sich im Alltag zurecht zu finden und eine positive Lebenseinstellung zu gewinnen.“
Quelle und weitere Infos: https://www.kreuzbund-duesseldorf.de
(3) CROSSPOINT: „Die Düsseldorfer Suchtprävention wurde 2016 in gemeinsamer Trägerschaft von Caritasverband Düsseldorf e. V., Diakonie Düsseldorf e. V. und Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. gegründet. Alle sind Träger der Suchthilfe in Düsseldorf und engagieren sich seit vielen Jahren in der Suchtprävention. Als Fachstelle für Suchtprävention sehen wir es als unsere Aufgabe an, über psychoaktive Substanzen sowie über stoffgebundene und stoffungebundene Abhängigkeiten zu informieren und zu sensibilisieren. Wir möchten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer Entscheidungskompetenz stärken und zu einem möglichst risikoarmen Konsum befähigen. Unmittelbar damit verbunden sind die Förderung von Lebenskompetenzen und die Selbststärkung von Kindern und Jugendlichen. Dies kann nur unter Einbeziehung ihres Lebensumfeldes geschehen. Die fachliche Beratung und Qualifikation von Fachkräften aus Schule, Jugendarbeit, Kindertagesstätten u.a. Einrichtungen sowie die Einbeziehung von Eltern und anderer Bezugspersonen ist uns deshalb besonders wichtig. Unsere Angebote umfassen sowohl Informationen, fachliche Beratung und Fortbildungen für Fachkräfte als auch Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Eltern. Für Suchtmittel konsumierende Jugendliche und junge Menschen mit problematischem Computer- und Glücksspiel-Verhalten bieten wir erste Klärungsgespräche an und vermitteln sie bei Bedarf an entsprechende Beratungsstellen weiter.“
Quelle und weitere Infos: https://www.crosspoint-duesseldorf.dehttps://www.crosspoint-duesseldorf.de
(4) Polizeiliche Drogenprävention Düsseldorf: „Wir sind Ansprechpartner in Fragen zum Thema Sucht, Jugendschutz, BtmG oder vermitteln Sie an die verantwortlichen Stellen weiter. Bei akuten Gefährdungsaspekte wählen Sie bitte die 110 oder das Schutztelefon des Jugendamtes 0211- 40934069. Polizeiliche Kriminalprävention ist als Teil der Gefahrenabwehr gemäß § 1 Abs. 1 PolG NRW neben Strafverfolgung und Opferschutz integraler Bestandteil des polizeilichen Gesamtauftrags und damit polizeiliche Kernaufgabe. Die Polizei leistet einen wichtigen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Kriminalprävention. Vorrangiges Ziel ist das Reduzieren von Tatgelegenheiten und die direkte Abwehr sozialschädlichen Verhaltens tatbereiter Personen.“
Quelle und weitere Infos: https://duesseldorf.polizei.nrw/artikel/polizeiliche-drogenpraevention-duesseldorf